Krankenversicherung · Für Selbstständige

PKV für Selbstständige — Beitrag steuerbar, Kalkulation entscheidend.

In der freiwilligen GKV zahlst Du einkommensabhängig — ab rund 5.800 € Monatseinkommen den Höchstbeitrag von etwa 1.260 € inkl. Pflege, unabhängig vom Leistungsumfang. Ein guter PKV-Vollschutz liegt je nach Eintrittsalter realistisch bei 500–900 € im Monat, leistungs- und selbstbehaltabhängig und damit steuerbar.

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Kranken­versicherung

Beide Wege stehen Dir offen — und beide zahlst Du allein.

Als Selbstständige:r hast Du eine Wahl, die Angestellte erst ab einer Gehaltsgrenze bekommen: freiwillige GKV oder PKV, von Anfang an. Gleich ist in beiden Systemen, dass niemand die Hälfte übernimmt. Der Unterschied liegt darin, woran der Beitrag hängt — in der GKV an Deinem Gewinn und Deinen weiteren Einkünften, in der PKV an Leistung, Alter und Gesundheit bei Abschluss.

Damit die Entscheidung auch in dreißig Jahren noch trägt, kommt es auf drei Dinge an:

  • Die Systemunterschiede verstehen. Nur so weißt Du, ob die PKV überhaupt zu Dir passt.
  • Die Gesundheit sauber aufarbeiten. Sonst drohen im schlimmsten Fall der Basistarif und Rechnungen, auf denen Du sitzen bleibst.
  • Die Leistungsunterschiede der Tarife kennen. Sie entscheiden darüber, was Du im Ernstfall wirklich bekommst.

Zu allen dreien findest Du hier das Wichtigste in kompakter Form.

Wer als Selbstständige:r nur den Einstiegsbeitrag vergleicht, kauft die Versicherung zweimal — einmal jetzt günstig und einmal in 15 Jahren teuer.

— Fabio Rausch · Versicherungskonsil

30-Sekunden-PKV-Check

Wo stehst Du gerade? Wähle Deine Situation — sofortige GKV-vs-PKV-Einordnung.

Vier typische Situationen bei Selbstständigen. Eine Auswahl genügt:

Diese Einordnung ersetzt keine individuelle Beratung. Maßgeblich sind Dein konkreter Gewinn, Deine Nebeneinkünfte und Deine Gesundheitslage.

Zwei Systeme

Gesetzlich oder privat — zwei Logiken mit eigenen Regeln.

Die PKV ist kein besserer Tarif, sondern ein anderes System. Wer das versteht, entscheidet nicht nach dem Beitrag, sondern nach dem, was er langfristig davon hat.

Gesetzlich Privat
Finanzierungsgrundlage Umlagefinanziert: die jetzigen Beitragszahler zahlen für alle Kapitalgedeckt: Du bildest Alterungsrückstellungen für Deine Kosten im Alter
Wonach sich der Beitrag richtet Nach Deinen gesamten Einkünften, nicht nur nach dem Gewinn Nach Leistung, Alter und Gesundheit bei Abschluss
Was der demografische Wandel bedeutet Weniger Einzahler, mehr Empfänger — steigende Beitragslast Über die Alterungsrückstellungen eingepreist
Wie sicher die Leistung ist Gesetzlicher Katalog, politisch änderbar Vertraglich zugesagt, Änderungen zum Negativen in der Regel nicht möglich
Wann der Beitrag steigt Wenn Dein Gewinn steigt, wenn Deine Kasse den Zusatzbeitrag anhebt — und sobald Du über der Beitragsbemessungsgrenze liegst, jedes Jahr mit deren Anhebung Wenn Leistungsausgaben oder Lebenserwartung von der Kalkulation abweichen — dann wird auch der Rechnungszins nachgezogen

Was das konkret heißt: so ist der GKV-Beitrag gestiegen

Jahr Zusatz Beitrag Anstieg
2022 1,3 % 933,64 €
2023 1,6 % 977,56 € +4,7 %
2024 1,7 % 1.050,53 € +7,5 %
2025 2,5 % 1.174,17 € +11,8 %
2026 2,9 % 1.261,32 € +7,4 %
2027* ca. 3,5 % ca. 1.422 € +12,7 %

Enthalten sind der allgemeine Beitragssatz von 14,6 %, der durchschnittliche Zusatzbeitrag und die Pflegeversicherung für Kinderlose — gerechnet auf die Beitragsbemessungsgrenze, jeweils zum 1. Januar. Anders als Angestellte trägst Du diesen Beitrag vollständig selbst — einen Arbeitgeberanteil gibt es nicht. Gerechnet ist der Satz mit Krankengeldanspruch; ohne die entsprechende Wahlerklärung gilt der ermäßigte Satz von 14,0 % und damit rund 35 € weniger im Monat. Von 2022 bis 2027 sind das rund 52 % mehr, bei einem allgemeinen Beitragssatz, der sich in all den Jahren nicht verändert hat.

* 2027 ist eine Prognose: Die außerordentliche Anhebung der Bemessungsgrenze um 3.600 € steht im Gesetz, der reguläre Teil und der Zusatzbeitrag werden im Herbst festgelegt — der Schätzerkreis sieht ihn zwischen 3,3 und 3,9 %. Die geplante Pflegereform ist darin noch nicht eingerechnet.

Über die lange Strecke liegen beide Systeme näher beieinander, als manche Aussagen vermuten lassen: 2005 bis 2025 stieg die Belastung in der PKV um durchschnittlich 3,1 % im Jahr, in der GKV um 3,8 % (WIP-Kurzanalyse November 2024, Wissenschaftliches Institut der PKV). Der Unterschied liegt weniger in der Höhe der Steigerung als in ihrem Auslöser: In der GKV steigt Dein Beitrag auch dann, wenn nur die Bemessungsgrenze angehoben wird.

Das sind die Unterschiede, die am häufigsten den Ausschlag geben — unter anderem. Welche für Dich zählen, klären wir im Erstgespräch →

Gesundheitsfragen

Gesundheitsfragen — der Teil, bei dem Fehler besonders schmerzhaft sind.

Was schiefgehen kann. Die Gesundheitsfragen im Antrag sind kein Formalismus. Wer sie falsch oder unvollständig beantwortet, riskiert, dass der Versicherer im Leistungsfall vom Vertrag zurücktritt — im schlechtesten Fall bleibt der Basistarif, und die Rechnungen, die schon da sind, bleiben an Dir hängen. Das kann Jahre nach Abschluss passieren, genau dann, wenn Du den Schutz brauchst.

Wie eine saubere Aufarbeitung aussieht. Du forderst Deine Patientenquittung bei der Kasse an, die ist kostenfrei, und wir gehen die Behandlungen der letzten Jahre gemeinsam durch. Diagnosen, die plötzlich in der Abrechnung auftauchen und an die sich niemand erinnert oder die vom Arzt falsch abgerechnet wurden, sind der häufigste Grund für spätere Streitigkeiten. Was unklar ist, klären wir vorher — und schützen Dich damit vor einem Rücktritt im Fall einer Prüfung der vorvertraglichen Anzeigepflicht.

Warum die anonyme Voranfrage davorsteht. Erst wenn das Bild vollständig ist, geht die Anfrage raus — anonym, ohne Deinen Namen, an mehrere Gesellschaften. Der Unterschied ist entscheidend: Eine förmliche Ablehnung wird aktenkundig und muss bei jedem späteren Antrag angegeben werden. Anonym angefragt passiert das nicht.

Das sind die Punkte, an denen es am häufigsten hängt — unter anderem. Deine Vorgeschichte gehen wir im Erstgespräch gemeinsam durch →

Leistung

Zwischen zwei PKV-Tarifen liegen Welten — und das sieht man dem Beitrag nicht an.

ambulantstationärZahnVorsorgePsychotherapieHilfsmittel und RehaGOÄ-Höchstsätze + viele weitere

Wo Tarife auseinandergehen. In diesen Punkten unterscheiden sich Tarife darin, ob sie überhaupt leisten, ob die Leistung garantiert ist und ob sie voll oder nur zum Teil erstatten — weil im Kleingedruckten Fallstricke übersehen wurden. Freie Arztwahl und Chefarztbehandlung sind das eine, entscheidend wird meist, was in der Zeile darunter steht.

Wo ein Tarif unter GKV-Niveau fallen kann. Psychotherapie ist teils auf eine Sitzungszahl begrenzt oder mit Eigenanteilen versehen, Hilfsmittel stehen in geschlossenen Katalogen oder haben Sublimits wie 1.000 € je Hörgerät oder 15.000 € für Prothesen. Wer nur auf das Highlightblatt mit freier Arztwahl und Chefarztbehandlung schaut, übersieht genau die Stellen, an denen die PKV schlechter sein kann als die GKV.

Warum Reha für Dich besonders zählt. Die medizinische Reha der Rentenversicherung setzt voraus, dass Du die versicherungsrechtlichen Bedingungen erfüllst — ohne Rentenversicherungspflicht heißt das in aller Regel fünfzehn Beitragsjahre, meist aus einer früheren Anstellung. Fällt die Rentenversicherung aus, springt in der GKV die Krankenkasse ein. Diesen Auffang gibt es in der PKV nicht: Dort gilt, was im Tarif steht — und Reha ohne vorherigen Krankenhausaufenthalt ist häufig nur mit Leistungszusage oder gar nicht vorgesehen.

Wie man das prüft. Im Leistungsfall zählt der Vertrag, nicht die Werbung: die Bedingungen im Wortlaut, nicht das Highlightblatt, und keine Ratings. Zugesagtes zählt, keine Testnoten.

An diesen Stellen gehen Tarife am weitesten auseinander — unter anderem. Was für Dich zählt, sortieren wir im Erstgespräch →

Vier teure Fehler

Diese vier Fehler sehe ich bei Selbstständigen am häufigsten.

GKV-Beitrag zu niedrig geschätzt

Die Kasse bemisst nach § 240 SGB V auf Deine gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit — Gewinn plus Mieten, Kapitalerträge und Renten. Und sie setzt zunächst nur vorläufig fest, auf Basis Deines letzten Steuerbescheids. Liegt der aktuelle vor, wird für das ganze Jahr nachberechnet: Ist der Gewinn gestiegen, kommt ein oft vierstelliger Betrag auf einen Schlag.

Gesundheitsfragen nicht aufgearbeitet

Der eine Fehler, den man unter Umständen nicht wiedergutmachen kann. Wer die Fragen aus dem Kopf beantwortet, statt die Patientenquittung durchzugehen, riskiert Jahre später den Rücktritt vom Vertrag — und steht dann ohne Schutz da, mit Rechnungen, die schon geschrieben sind.

Den günstigsten Tarif genommen

Der Beitrag ist das Erste, was man sieht, und das Letzte, wonach man entscheiden sollte. Ein Tarif, der deutlich weniger kostet als vergleichbare Tarife mit ähnlichem Leistungsniveau, ist selten der bessere, sondern meist der knapper kalkulierte — und holt sich die Differenz über die Jahre mit stärkeren Anpassungen zurück. Der Prüfmaßstab ist deshalb nicht der niedrigste Beitrag, sondern die Mitte des Feldes.

Krankentagegeld vergessen

Ab dem ersten Krankheitstag läuft bei Dir kein Lohn weiter — es gibt keine sechs Wochen Lohnfortzahlung, die etwas überbrücken. In der freiwilligen GKV bekommst Du Krankengeld nur mit Wahlerklärung und erst ab dem 43. Tag, in der PKV gar nichts, solange kein Krankentagegeld vereinbart ist. Das ist kein Zusatzbaustein, sondern der Teil, der Deine Miete zahlt.

Steuer-Hebel

Bis zu 3 Jahresbeiträge vorauszahlen — und steuerlich voll absetzen.

Selbstständige können den Basisanteil der PKV in einem Jahr vorausbezahlen — bis zu 36 Monatsbeiträge — und damit den Sonderausgaben-Topf eines Jahres deutlich vergrößern. In den vorausbezahlten Jahren gibt es dafür keinen Abzug mehr — der echte Vorteil liegt woanders: Der Topf für sonstige Vorsorgeaufwendungen wird in diesen Jahren wieder frei, viele Versicherer geben 2–3 % Beitragsnachlass, und wer in einem Spitzenjahr vorauszahlt, nutzt den höheren Grenzsteuersatz.

Konkret: Bei 500 € Basisanteil/Monat und 42 % Grenzsteuersatz ergibt eine Vorauszahlung von 18.000 € im Jahr X eine Steuerentlastung im Zahlungsjahr von rund 7.560 €. Das ist kein theoretischer Trick — das steht seit 2020 ausdrücklich im Gesetz (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 5 EStG).

Derselbe Hebel trägt auch Deinen Beitrag im Alter. Ein Beitragsentlastungstarif ist für Dich selten die Antwort, weil Du ihn ohne Arbeitgeber zu 100 Prozent selbst zahlst. Sinnvoller ist, den Unterschied zum GKV-Beitrag von Anfang an anzulegen — über eine Basisrente, deren spätere Rente genau diesen Beitrag trägt, oder über ein Depot. Altersvorsorge und Ruhestandsplanung beraten wir auf Honorarbasis, vorab transparent vereinbart.

Beispielrechnung

Monatsbeitrag PKV (Basisanteil)500 €
Vorauszahlung (36 Monate)18.000 €
Grenzsteuersatz (Beispiel)42 %
Steuerentlastung im Zahlungsjahrca. 7.560 €

Vereinfachte Beispielrechnung. Tatsächliche Wirkung hängt von Einkommenshöhe, weiteren Vorsorge-Aufwendungen und Veranlagungsart ab. Steuerberater einschalten.

Klare Antworten

Häufige Bedenken — ehrlich beantwortet.

Häufiges Missverständnis

Muss ich als Selbstständige:r automatisch den GKV-Höchstbeitrag zahlen?

Nein — erst ab der Beitragsbemessungsgrenze, 2026: 5.812,50 €/Monat.

Der Höchstbeitrag greift erst, wenn Deine gesamten Einkünfte — Gewinn plus Mieten, Kapitalerträge und andere Einkünfte — die Beitragsbemessungsgrenze erreichen, 2026 also 5.812,50 € im Monat. Im Jahr sind das die 69.750 €, die in der Tabelle oben stehen. Mit 4.000 bis 5.000 € Gewinn liegst Du darunter, zahlst aber bereits gut 20 Prozent davon an die Kasse.

Häufige Frage

Was mache ich mit dem PKV-Beitrag, wenn ein Jahr schlecht läuft?

Steuerbar über Leistungsniveau und Selbstbeteiligung — plus Rücklage.

Anders als in der GKV sinkt der PKV-Beitrag nicht mit dem Einkommen. Dafür bestimmst Du seine Höhe von Anfang an mit — ein Premiumtarif kostet deutlich mehr als ein Komfort- oder Einsteigertarif. Wird es eng, gibt es den Wechsel in einen günstigeren Tarif desselben Versicherers oder eine andere Selbstbeteiligungsstufe; wichtig sind dabei flexible Rückkehrrechte ohne erneute Gesundheitsprüfung. Dazu eine Rücklage von drei bis sechs Monatsbeiträgen plus Selbstbeteiligung.

Häufige Frage zum Alltag

Muss ich jede Rechnung selbst einreichen und vorstrecken?

Einreichen ja, vorstrecken meistens nicht.

Im Krankenhaus rechnet die Klinik in aller Regel direkt mit Deinem Versicherer ab. Beim Arzt reichst Du die Rechnung per App ein, und die Erstattung ist meist da, bevor die Rechnung fällig wird. Weil Du selbst entscheidest, ob Du einreichst, wird daraus sogar ein Hebel: Bei kleinen Beträgen kann die Beitragsrückerstattung am Jahresende mehr wert sein als die Erstattung.

Ablauf

In vier Schritten zur richtigen KV-Entscheidung.

Bei mir beginnt die PKV-Beratung nicht mit einem Tarifvergleich, sondern mit der Frage, ob das System zu Dir passt — und was Deine Zahlen dazu sagen.

ca. 45 Min

Passt das System PKV zu Dir?

Wir gehen die Systemunterschiede durch, die für Dich zählen, und rechnen beide Wege mit Deinen Zahlen gegen — in der GKV hängt der Beitrag am Gewinn, in der PKV am Tarif. Deshalb sehen wir uns dabei auch Deine Umsatzplanung an.

ca. 30 Min

Bekommen wir Dich gut versichert?

Vor jeder Empfehlung steht die anonyme Voranfrage bei mehreren Gesellschaften. Bekommen wir Dich gerade nicht versichert, stoppen wir hier und prüfen zu einem anderen Zeitpunkt erneut.

ca. 60 Min

Tarifvergleich und Auswahl

Erst danach vergleiche ich die Tarife, die für Dich infrage kommen — Bedingungen im Wortlaut, nicht Ratings. Dazu gehört, wie der Tarif gegenüber vergleichbaren Tarifen kalkuliert ist, und ein Krankentagegeld, das zu Deinem Einkommen passt.

ca. 20 Min

Umsetzung und laufende Betreuung

Antrag und Wechsel laufen digital. Danach bleibe ich Ansprechpartner — auch wenn sich Dein Einkommen ändert oder eine Festanstellung ansteht.

Fabio Rausch — PKV-Beratung für Selbstständige
Fabio Rausch · Versicherungskonsil
PKV · Häufige Fragen

Was Selbstständige zur PKV am häufigsten fragen.

Gilt für mich als Selbstständige:r auch eine Einkommensgrenze wie die JAEG bei Angestellten?

Nein. Die Versicherungspflichtgrenze (2026: 77.400 €/Jahr bzw. 6.450 €/Monat) regelt nur, ab wann Angestellte aus der GKV-Pflicht herausfallen. Als hauptberuflich Selbstständige:r bist Du nicht versicherungspflichtig — Du hast von Anfang an die Wahl zwischen freiwilliger GKV und PKV, sofern Du die PKV-Gesundheitsprüfung bestehst.

Muss ich mich als Selbstständige:r gesetzlich versichern?

Nein. Wer hauptberuflich selbstständig ist, ist nicht versicherungspflichtig (§ 5 Abs. 5 SGB V) — Du wählst zwischen freiwilliger GKV und PKV. Ausnahmen mit eigenen Regeln gibt es, zum Beispiel für Künstler, Publizisten oder Landwirte. Warst Du vorher schon privat versichert, kann es außerdem sein, dass Dir der Weg in die freiwillige GKV verschlossen ist — dann hast Du diese Wahl nicht.

Kann ich die PKV von der Steuer absetzen?

PKV-Beiträge sind als Sonderausgaben absetzbar — unbegrenzt aber nur der Anteil, der der Basisversorgung entspricht (Leistung etwa auf GKV-Niveau), in der Praxis rund 80 bis 90 Prozent des Beitrags. Komfortleistungen wie Chefarzt oder Einbettzimmer fallen in den Topf für sonstige Vorsorgeaufwendungen, der meist ohnehin ausgeschöpft ist. Bei 40–45 % Grenzsteuersatz sinkt Dein effektiver Beitrag damit um rund ein Drittel. Eine Vorauszahlung von bis zu drei Jahresbeiträgen kann ein zusätzlicher Hebel sein, weil dadurch in den Folgejahren der Topf für sonstige Vorsorgeaufwendungen wieder frei wird.

Lohnt PKV bei schwankendem Einkommen?

Der PKV-Beitrag ist fix, während der GKV-Beitrag mit dem Einkommen schwankt (2026: zwischen rund 280 € und rund 1.260 € im Monat, inkl. Pflegeversicherung — je nach Kassen-Zusatzbeitrag und Kinderzahl). Bei stark schwankendem Einkommen oder in der Anfangsphase nach Gründung kann die GKV mit Mindestbeitrag (2026: rund 280 €/Monat inkl. Pflege, auf Basis der Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 €) günstiger sein. Wer aber stabil über 3.000 € verdient, profitiert in der PKV bei einem ähnlichen oder günstigeren Beitrag von deutlich mehr Leistung und Flexibilität.

Wie hoch sollte mein Krankentagegeld sein?

So hoch, dass es Deinen Lebensunterhalt trägt — als Rechengröße Dein monatliches Netto, umgelegt auf den Tag; mehr geht nicht. Die zweite Stellschraube ist der Zeitpunkt. In der freiwilligen GKV gibt es Krankengeld überhaupt nur mit einer Wahlerklärung, und dann ab dem 43. Tag. In der PKV wählst Du den Beginn selbst — ab Tag 15, 22 oder 43, je früher desto teurer. Was passt, hängt an Deiner Rücklage. Was das Krankentagegeld nicht abdeckt, sind Deine laufenden Betriebskosten — dafür gibt es eine eigene Absicherung. Außerdem solltest Du für den Fall der Berufsunfähigkeit eine separate BU-Absicherung haben.

Was passiert bei Aufnahme einer Festanstellung?

Versicherungspflichtig wirst Du nur, wenn die Anstellung zum Hauptberuf wird und Du unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdienst — dann heißt es Rückkehr in die GKV. Zwei Ausnahmen: Bleibt Deine Selbstständigkeit hauptberuflich — mehr Zeit und mehr Einkommen als der Job —, bleibt es bei PKV oder freiwilliger GKV. Und ab 55 gibt es keine Rückkehr in die Versicherungspflicht mehr. Musst Du in die GKV, willst aber später zurück in die PKV, sichert eine Anwartschaft Gesundheitszustand und je nach Variante auch das Eintrittsalter.

Wie hoch sollte die Selbstbeteiligung sein?

Faustregel: Als Liquiditätsreserve auf dem Tagesgeldkonto solltest Du mindestens Deine jährliche Selbstbeteiligung plus drei bis sechs Monatsbeiträge einplanen — bei 500 € Selbstbeteiligung also spürbar mehr als nur die 500 € selbst. Wer das hat, kann theoretisch auch eine höhere Selbstbeteiligung wählen und bekommt einen spürbar niedrigeren Beitrag (oft 100–180 € pro Monat Differenz). Wichtig ist aber zu wissen, dass eine zu hohe Selbstbeteiligung aus zwei Gründen nicht unbedingt zu empfehlen ist: Erstens bildet der Tarif geringere Alterungsrückstellungen, und bei einem späteren Wechsel in einen Tarif mit geringerer Selbstbeteiligung zahlst Du überproportional mehr Beitrag. Zweitens steigen Tarife mit hoher Selbstbeteiligung über Jahrzehnte tendenziell stärker als Tarife mit geringerer.

Lohnt sich die PKV noch, wenn ich Ende 50 bin?

Das kommt darauf an. Das Eintrittsalter bestimmt den Beitrag, und die Zeit, in der sich Alterungsrückstellungen aufbauen, ist dann kurz. Dazu kommt: Ab 55 führt praktisch kein Weg mehr zurück in die gesetzliche Versicherung, auch wenn sich Deine Lage später ändert. Wer mit Ende 50 wechseln will, muss das ausschließlich wegen der besseren Leistungen tun — und die Kosten heute wie in der Rente tragen können.

Wird die PKV im Alter unbezahlbar?

Ehrliche Antwort: Der Beitrag steigt, und niemand kann Dir das Gegenteil versprechen. Was ihn dämpft, ist die Alterungsrückstellung und der gesetzliche Zuschlag von 10 Prozent, der vom 21. bis zum 60. Lebensjahr genau dafür angespart wird. Als Selbstständige:r kommt ein Punkt dazu, den Angestellte nicht haben: Den Zuschuss der Rentenversicherung zum Krankenversicherungsbeitrag gibt es nur zu einer gesetzlichen Rente — beziehst Du keine, bekommst Du auch keinen. Dafür fällt bei Dir im Ruhestand nichts weg, was vorher ein Arbeitgeber getragen hätte. Fairerweise gehört die andere Seite dazu: Bleibst Du in der GKV, hängt viel daran, ob Du in die Krankenversicherung der Rentner kommst. Wer das schafft, zahlt auf Kapitalerträge und Mieteinnahmen nichts; wer nur freiwillig versichert ist, zahlt darauf den vollen Beitragssatz. Der Beitragsentlastungstarif ist für Dich selten die Antwort, weil Du ihn zu 100 Prozent selbst zahlst. Sinnvoller ist, den Unterschied zum GKV-Beitrag von Anfang an anzulegen — die Basisrente ist dafür der naheliegende Baustein, weil ihre spätere Rente genau diesen Beitrag trägt. Auch ein Depot gehört in die Betrachtung.

Muss ich als Selbstständiger privat fürs Alter vorsorgen?

Für einzelne Gruppen besteht schon heute Pflicht (Handwerksrolle, Künstlersozialkasse), eine allgemeine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige wird politisch vorbereitet. Unabhängig davon: Die Rürup-Rente (Basisrente) ist voll steuerlich absetzungsfähig und außerdem größtenteils insolvenzsicher. Wer den Steuer-Hebel oben spannend findet, sollte sich das ansehen. Wichtig ist aber, Vor- und Nachteile abzuwägen — sie ist nicht kündbar, nicht kapitalisierbar und nur eingeschränkt vererbbar.

Ich habe schon eine PKV — lohnt sich ein Check?

Hier lohnt sich ein neuer Blick besonders oft. Das Problem: Gerade bei Leistungen, die für Selbstständige wichtig sind, etwa Reha, hat ein Großteil der Tarife große Lücken. Außerdem stecken viele Gründer in Einsteigertarifen, die teils unterkalkuliert sind und nie für 40 Jahre Laufzeit gedacht waren — von den Leistungslücken ganz zu schweigen. Im Bestands-Check prüfe ich zuerst den internen Tarifwechsel nach § 204 VVG oder Optionsrechte, das erhält die Alterungsrückstellungen. In manchen Fällen ist nach Prüfung der Vor- und Nachteile und Deines Gesundheitszustands auch ein neuer Anbieter die beste Lösung. Kündigen ist selten der erste Schritt.

Was kostet mich die Beratung?

Das Erstgespräch und die Analyse kosten Dich nichts. Bei der PKV arbeite ich auf Courtage-Basis, die Vergütung ist im Tarifbeitrag bereits einkalkuliert — derselbe Tarif kostet direkt beim Versicherer oder über ein Online-Vergleichsportal dasselbe.

Nächster Schritt

30 Minuten digital — wir klären welcher PKV-Tarif zu Deiner Situation passt, ob Krankentagegeld mitgeplant ist und ob GKV nicht die ehrlichere Wahl wäre.

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PKV sortiert, aber wie steht's um Deine Berufsunfähigkeit? Ohne Arbeitgeber ist die BU Deine zentrale Absicherung. Zur BU für Selbstständige →