BU für Selbstständige — Umorganisationsklausel ist alles.
Kein Arbeitgeber, keine EM-Rente. Die private BU ist für Selbstständige die einzige Brücke — aber nur, wenn die Umorganisations-Klausel raus ist und Krankentagegeld mitgedacht wurde.
BU für Selbstständige — Umorganisationsklausel ist alles
Wer nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, hat keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Kein Netz. Ohne private BU stehst Du im Ernstfall mit nichts da — auf Vermögen oder Familie angewiesen.
Schwerer noch: Selbst eine private BU greift nicht automatisch. Bei Praxis- oder Berater-Selbstständigen prüfen viele Versicherer die Umorganisations-Klausel: Könnten Sie nicht durch Delegation weiterarbeiten? Wenn ja — keine Leistung. Diese Klausel muss raus. Sie ist der häufigste Grund, warum Selbstständige im Leistungsfall scheitern, obwohl sie jahrelang gezahlt haben.
— Fabio Rausch · Versicherungskonsil
Worauf es bei BU für Selbstständige wirklich ankommt.
Diese sechs Punkte unterscheiden gute von riskanten Tarifen. Im Erstgespräch prüfen wir Deinen konkreten Bedarf gegen aktuelle Bedingungswerke.
Verzicht auf Umorganisation
Bei Praxisinhaber:innen, Beratern, Inhabern kleiner Betriebe prüfen viele Versicherer: Könnte die Tätigkeit durch Umorganisation oder Vertretung weitergeführt werden? Diese Klausel hebelt im Streitfall die Leistung aus. Tarife mit Verzicht auf Umorganisation sind für Selbstständige Pflicht.
Einkommensnachweis im Leistungsfall
Versicherer schauen auf die letzten 12–36 Monate vor BU-Eintritt. Wer kurz vor dem Leistungsfall einen krankheitsbedingten Umsatzeinbruch hatte, sieht aus als wäre sein Schaden gering. Gute Tarife haben klare Stichtagsregeln, die das verhindern.
Verzicht auf abstrakte Verweisung
Abstrakte Verweisung: Der Versicherer kann theoretisch andere Berufe nennen und mit dieser Begründung nicht leisten — auch wenn Du den Beruf nie ausgeübt hast. Verzicht auf abstrakte Verweisung ist Mindeststandard. Zählt nur, ob Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf noch ausüben kannst.
BU + Krankentagegeld kombiniert
Selbstständige haben in der Regel keinen Anspruch auf Krankengeld der GKV. Bei längerer Krankheit kein Einkommen. Eine private Krankentagegeld-Versicherung schließt diese Lücke ab dem 22./43./92. Tag. BU + KTG sind für Selbstständige Pflichtkombination, keine Empfehlung.
Nachversicherungsanlässe für Selbstständige
Gute Tarife bieten Nachversicherung bei Praxis-/Kanzlei-Übernahme, Geburt eines Kindes, Heirat, Hauskauf — alle ohne erneute Gesundheitsprüfung. Selbstständige profitieren besonders, weil ihre Einkommens-Sprünge oft gross sind (Existenzgründungs-Phase vs. etablierte Praxis).
Karenzzeit als Hebel
Eine Karenzzeit (3, 6, 12 Monate nach BU-Eintritt) senkt den Beitrag spürbar — sinnvoll, wenn Du Rücklagen für die ersten Monate hast. Für Selbstständige mit liquider Reserve oft der ehrlichere Hebel als die Rente niedriger anzusetzen.
Diese vier BU-Fehler sehe ich bei Selbstständigen am häufigsten.
BU ohne Krankentagegeld
Selbstständige bekommen kein gesetzliches Krankengeld. Wer bei längerer Krankheit (ab 6+ Wochen) auf Sparrücklagen angewiesen ist, hat ein Liquiditätsproblem — bevor die BU überhaupt prüft. Krankentagegeld + BU sind die Pflichtkombination, nicht das eine ohne das andere.
Umorganisations-Klausel übersehen
Praxisinhaber:innen, Berater:innen, Solo-Selbstständige werden im Leistungsfall oft mit der Frage konfrontiert: Könnten Sie nicht delegieren? Bei Standard-Tarifen kann das die Leistung verhindern. Verzicht auf Umorganisation ist Mindestanforderung.
Einkommensentwicklung ignoriert
Wer als Existenzgründer:in mit 40.000 € Jahresumsatz abschließt und später 120.000 € erreicht, hat eine BU-Lücke von zwei Dritteln. Nachversicherungsoptionen aktiv nutzen — bei Übernahme einer Praxis, Hauskauf, Geburt eines Kindes.
Gesundheitliche Aufarbeitung gespart
Selbstständige haben oft mehr Eigenanteile-Erfahrung in der Krankenakte als Angestellte (mehr Privatrechnungen). Das macht die Aufarbeitung wichtiger. Anonyme Risikovoranfrage VOR dem Antrag schützt vor Ablehnung.
Pflicht-Kombination
BU + Krankentagegeld — die zwei Stufen Deiner Absicherung.
Krankentagegeld zahlt ab dem vereinbarten Tag (z. B. ab dem 22., 43. oder 92. Krankheitstag) ein Tagegeld bis maximal Höhe Deines durchschnittlichen Nettoeinkommens. Es deckt die kurz- und mittelfristige Krankheit.
Die BU setzt ein, wenn die Berufsunfähigkeit längerfristig festgestellt wird (in der Regel ab 6 Monaten Prognose). Ab dann läuft die BU-Rente, das Krankentagegeld endet.
Abstimmung ist Pflicht
Im Erstgespräch stimmen wir die Übergabe-Logik beider Verträge ab — Karenzzeit beim KTG, AU-Klausel bei der BU. Bei guter Abstimmung gibt es keine Liquiditätslücke zwischen Krankheit und BU-Leistung.
Was Selbstständige zur BU am häufigsten fragen.
Habe ich als Selbstständige:r keinen Anspruch auf gesetzliche EM-Rente?
Nur, wenn Du freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst (oder pflichtversichert bist — bestimmte Berufsgruppen wie Künstler, Handwerker mit Eintragung). Wer nicht einzahlt, hat keinen Anspruch. Die private BU ist für Selbstständige existenziell — sie ist die einzige Absicherung gegen Verlust der Arbeitskraft.
Was ist die Umorganisations-Klausel und wie schadet sie?
Bei Praxisinhaber:innen, Anwält:innen, Beratungs-Selbstständigen prüfen Versicherer oft: Könnten Sie nicht durch eine Vertretung oder Delegation weiterarbeiten? Wenn ja, leisten sie nicht. Tarife mit ausdrücklichem Verzicht auf Umorganisation schließen das aus — Pflicht für Selbstständige in Beraterberufen.
Wie wird mein Einkommen im Leistungsfall berechnet?
Versicherer schauen meist auf den steuerlichen Gewinn der letzten 12–36 Monate vor BU-Eintritt. Bei stark schwankenden Einkommen wird oft der Durchschnitt genommen. Wer kurz vor BU-Eintritt einen krankheitsbedingten Umsatzeinbruch hat, sollte den Versicherer wählen, der den Stichtag fair handhabt — das ist im Bedingungswerk geregelt.
Wie hoch sollte meine BU-Rente sein?
Faustregel: 70–80 % Deines Nettoeinkommens (bei Selbstständigen: Gewinn minus Steuer, minus Sozialversicherungen). Plus laufende Betriebs-/Praxiskosten, falls Du sie weiter zahlst. Bei vielen Selbstständigen liegt das bei 3.500–6.000 € pro Monat. Konkret bestimmen wir das im Erstgespräch.
Was kostet BU + KTG für Selbstständige konkret?
Sehr stark abhängig von Beruf und Risikoeinstufung. Eine 35-jährige Steuerberaterin (gesund, Bürotätigkeit) zahlt für 4.000 € BU-Rente oft 100–150 € monatlich, plus 30–60 € für Krankentagegeld. Stark körperliche Selbstständigkeiten (Handwerk, Bau) liegen deutlich höher und brauchen oft Spezialtarife oder Grundfähigkeitsversicherungen statt klassischer BU.
Nächster Schritt
30 Minuten digital — wir klären Umorganisations-Klausel, Krankentagegeld-Abstimmung und welche BU-Rente zu Deinem Nettoeinkommen passt.
Kostenloses Erstgespräch buchenBU sortiert — aber wie steht's um Deine Krankenversicherung? GKV-Höchstbeitrag vs. PKV-Tarif ist für Selbstständige die zweite zentrale Entscheidung. Zur PKV für Selbstständige →